Vom 3.-7. Mai 1999 fuhren wieder zwei Klassen, die 10c und 10d nach Straßburg. Auch dieses Mal war unsere Schule wie 1997 Gast der Konrad Adenauer Stiftung, die für uns ein umfangreiches Seminarprogramm zum Thema: "Unterwegs nach Europa" vorbereitet hatte. Wir selber kamen aber nicht unvorbereitet. Schließlich ist "Europa" ein Thema im SOWI-, Erdkunde-, und Politikunterricht. In Gruppen hatten wir in unmittelbarer Vorbereitung zur Klassenfahrt die Gegend um Straßburg erkundet: Straßburger Münster, Soldatenfriedhöfe und Kriegsgräberfürsorge, Goethe in Straßburg, Albert Schweitzer, Weinbau im Elsaß- es war von allem etwas dabei. Am Montag Abend waren wir nach einer langen Anreise ziemlich müde im Centre Culturel St.Thomas - unserer Unterkunft - angekommen. In Münster hatten wir Cornelius Bracht abgeholt, einen Studenten der Politikwissenschaften, der uns in dieser Woche begleitete und viele organisatorische Dinge zu regeln hatte. Zunächst schauten wir uns unsere Herberge genauer an. Die Betten waren vielen zu kurz. Auch dass wir so verteilt auf drei Gebäude und in Einzel- und Doppelzimmer waren, fanden die meisten nicht gerade toll. Trotzdem ließ es sich aushalten. Ein großer Park lud bei dem guten Wetter zu einer Pause auf dem Rasen ein. Bis zum Europaparlament waren es gerade 10 Minuten Fußmarsch. Probleme hatten einige auch mit dem französischen Essen. Es war einfach alles gewöhnungsbedürftig. Von Tag zu Tag gefiel es uns besser. Die Nächte waren kurz und unsere Lehrer hatten das richtige Maß gefunden. Am Montag Abend hatten wir noch eine Einführung in das Thema der Woche: "Geschichte der EU". Dann machten wir uns auf einen Fußmarsch von einer 1/2 Stunde zum Zentrum von Straßburg. Der erste Eindruck von Straßburg: romantisch, antik, mittelalterliches Straßen- und Häuserbild und unglaublich teuer. Es war an diesem Abend so warm, dass wir im Straßenlokal sitzen konnten. Am Dienstag stand den ganzen Tag über das Eurogame:" Die Osterweiterung der EU unter Berücksichtigung der Wirtschafts- und Währungsunion" auf dem Plan. Am Abend machten wir eine Bootsfahrt auf der Ill und den obligatorischen Bummel durch die Stadt, der sich jeden Abend wiederholen sollte. Mittwochs besuchten wir das "Palais de droit de l´homme" (Gerichtsgebäude für
Menschenrechte des Europarates), ein supermodernes Haus mit viel Glas und in der
Form eines Schiffes gebaut. Auf der Treppe haben wir uns alle zum Foto
aufgestellt. Der Nachmittag war für die Fahrt durch das Elsaß reserviert. Drei
Stunden fuhren wir durch die wunderschöne Landschaft -ein Garten mit vielen
Weinbergen- zum Col de Ligne. Nach dem Essen wurden wir im Europaparlament erwartet. Frau Keppelhoff Wiechert, die Europaabgeordnete unserer Region erwartete uns zu einer Diskussion. Plötzlich tauchte ein Kamerateam auf, das eine Sendung über den Tageslauf einer EU-Abgeordneten produzierte. Da waren alle plötzlich wieder hellwach, die eine ruhige Mittagspausche geplant hatten. Man war ja schließlich im Fernsehen - im hessischen zwar, aber wer weiß, wer da alles zuschaut. Wir sprachen verschiedene aktuelle Theman an z.B.: Wie soll Europa aussehen - wie die USA oder wie ein "Europa der Regionen"? So rückte das ferne Europa ein wenig näher. Welche Chancen haben wir als Jugendliche zu erwarten? Wird es bald keine Bauern mehr geben, wenn die EU so weiter macht? Diese Frage war für jene wichtig, die von einem Hof kommen oder planen, in einen landwirtschaftlichen Beruf zu gehen. Eine kurze Visite im Plenarsaal des Europaratsgebäude, in dem das EU
Parlament bis zurm Umzug im Juli 1999 noch tagt, vermittelte uns einen Eindruck
von der Arbeitsweise dieses EU-Organs. Unter 11 Sprachen konnte man seine
Übersetzung aussuchen. Einige drehten denn auch mal durch, um das ganze
Sprachenbabylon Euopas live zu erleben. Auf der Treppe des Parlamentes machten
wir noch ein Foto mit der Abgeordneten, die für die
bevorstehende Wahl zum EU Parlament am 13.6.99 warb. P. Centner 10c © by R. Verneuer | ||
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